Bearbeitungsgebiet Schlei (24)

1. Bearbeitungsgebietsverband

Gewässer- und Landschaftsverband Schlei

Albrecht NissenVorsteher:
Herr Albrecht Nissen

Vorstand des Gewässer- und Landschaftsverbandes Schlei:

Vorstand
v.l.n.r.: Peter Dreyer, Hermann Münck, Albrecht Nissen, Hans Peter Alsen, (es fehlt Hilmar Kellinghusen)

2. Geschäftsstelle

Dr. H.H. Hennings Geschäftsführung Arbeitsgruppe Wasserrahmenrichtlinie

Dr. H.H. Hennings
Ingenieurbüro soil_AQUA
Bremholm 13
24996 Sterup

Tel: 04637-96 33-22
Fax: 04637-96 33-11
Mail: hennings@soilAQUA.de

3. Karte des Bearbeitungsgebietes

Download des Kartenausschnittes (pdf, 188 KB)

4. Kurzbeschreibung

Das Bearbeitungsgebiet Schlei (BG 24) liegt im nord-östlichen Schleswig-Holstein innerhalb der Landschaftsteile Angeln, Schwansen und dem östlichen Teil der Geest. Es ist hydrologisch definiert über das Einzugsgebiet der Schlei. Das Bearbeitungsgebiet Schlei umfasst eine Fläche von etwa 63.000 ha.
Das Bearbeitungsgebiet erstreckt sich über die Flächen von zwei Städten und 18 Wasser- und Bodenverbänden. Zwei Wasser- und Bodenverbände (Oehe Maasholm und Schleibek-Olpenitz) entwässern sowohl in die Schlei als auch in die Ostsee und gehören damit sowohl zum BG 24 als zum BG 23 bzw. 25.
Die folgenden Wasser- und Bodenverbände und Städte sind Mitglied im BG 24:

  • Wasser- und Bodenverband Boren
  • Wasser- und Bodenverband Bornbek-Bienebek
  • Wasser- und Bodenverband Buckhagen
  • Wasser- und Bodenverband Dannewerk
  • Wasser- und Bodenverband der Angelner Auen
  • Wasser- und Bodenverband Füsing-Geel-Brodersby
  • Wasser- und Bodenverband Grimsau
  • Wasser- und Bodenverband Grödersby
  • Wasser- und Bodenverband Haddeby
  • Wasser- und Bodenverband Hüttener Au
  • Wasser- und Bodenverband Koseler Au
  • Wasser- und Bodenverband Norby-Bohnert
  • Wasser- und Bodenverband Nübel
  • Wasser- und Bodenverband Oehe-Maasholm
  • Wasser- und Bodenverband Osterbek
  • Wasser- und Bodenverband Schleibek-Olpenitz
  • Wasser- und Bodenverband Ulsnis-Steinfeld
  • Wasser- und Bodenverband Winnemark-Kopperby
  • Stadt Kappeln
  • Stadt Schleswig

Die 18 Wasser- und Bodenverbände sowie die zwei Städte haben zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie den Gewässer- und Landschaftsverband Schlei gegründet.

4.1.1 Gewässernetz

Das Gesamtgewässernetz des Bearbeitungsgebietsverbandes 24 hat eine Länge von etwa 1.380 km. Davon sind etwa 540 km offene Gewässer und 840 km Rohrleitung.

Die zum reduzierten Gewässernetz gehörenden Gewässer sind

  • Grimsau
  • Borener Au
  • Loiter Au, Wellspanger Au, Langsee, Königsdamm, Kattbek, Ekeberger Au, Dingwatter Au, Flarup Au, Oxbek
  • Mühlenbach
  • Panzergraben
  • Selker Mühlengraben
  • Große Hüttener Au
  • Osterbek
  • Koseler Au mit Vorfluter Sönderby
  • Krieseby Au

Alle genanten Gewässer entwässern direkt oder indirekt in die Schlei.

Die Gewässer liegen größtenteils im weichseleiszeitlich geprägten östlichen Hügelland. Daher sind diese überwiegend als kiesgeprägter Bach (Gewässertyp 16) zu klassifizieren. In den Niederungen handelt es sich um den Typ 19 (Niederungsbach). Sandgeprägte Bäche (Typ 14) kommen nur vereinzelt vor.

4.1.2 Grundwasser

Die Lage des Bearbeitungsgebietes im weichseleiszeitlich geprägten östlichen Hügelland bedingt größtenteils mächtige Deckschichten, die den Grundwasserkörper schützen. Lediglich im westlichen Teil des Bearbeitungsgebietes sind geringere Deckschichten zu finden.

4.1.3 Oberflächenwasser

Der Langsee (Angeln) ist der einzige zum reduzierten Gewässernetz zählende See im Bearbeitungsgebiet 24.

5. Bearbeitungsgebiets-Arbeitsgruppe

Die Arbeitsgruppe setzt sich aus je einem/r Vertreter/in verschiedener Behörden und Verbände zusammen. Ergänzt wird der Kreis durch die Teilprojektberater des Umwelt- und Landwirtschaftministeriums und die Geschäftsführung der Arbeitsgruppe. (Diese sind nicht stimmberechtigt.)

Die Arbeitsgruppe ist derzeit mit den folgenden Personen besetzt.

6. Projekt

Albrecht Nissen Verbandsvorsteher Gewässer- und Landschaftsverband Schlei (Vorsitz)
Hans-Werner Berlau Städte und Gemeinden
Kai-Uwe Jensen Landesnaturschutzverband
Hilmar Kellinghusen Bauernverband Schleswig- Holstein e.V
Frank Kurbjuhn IHK
Jörn Ross Verband der Binnenfischer und Teichwirte
Günther Rudloff BUND
Ulrike Conrad Staatliches Umweltamt Schleswig
Hans Jürgen Weber Staatliches Umweltamt Kiel
Hans Heinrich Hennings Geschäftsführung der Arbeitsgruppe

6. Projekte zur Renaturierung der Fließgewässer und der Reduzierung der Nährstoffeinträge im Bearbeitungsgebiet

6.1 Abgeschlossene Projekte

6.1.1 Naturnahe Gestaltung der Flarup-Au und des Timmerholmer Grabens (2003)

Träger der Maßnahme Wasser- und Bodenverband der Angelner Auen
Planung Ingenieurbüro soil_AQUA

Im Kerbtal „Timmerholmer Graben“ (Wasser- und Bodenverband der Angelner Auen) wurde der Wasserlauf der Grabens B7 renaturiert. Der Graben B7 verlief in gerader Linienführung in einem von Faschinen vorgegebenen Verlauf.

Die Sohle des Gewässers wurde im Oberlauf angehoben. Durch die Wasserspiegelanhebung schneidet das Gewässer im Kerbtal selbst nur gering ein, sodass sich das Wasser bei Spitzenabflüssen über den gesamten Talraum ausbreiten kann.


Auf Sohlsicherung mit Vlies wurde komplett verzichtet. Stattdessen wurden Baumstämme quer zur Fließrichtung eingebaut, die zur Sohlsicherung dienen.

Timmerholmer Graben
Timmerholmer Graben - vorher & nachher (Foto: he)

6.1.2 Herstellung der Durchgängigkeit im Oberlauf der Kattbek (2004)

Träger der Maßnahme Wasser- und Bodenverband der Angelner Auen
Planung Ingenieurbüro soilAQUA

Im Oberlauf der Kattbek war die Durchgängigkeit des offenen Gewässerverlaufs durch eine Rohrleitung mit einem Absturz unterbrochen. Dadurch war die Niederung nördlich von Stolk, die das Quellgebiet der Kattbek darstellt, vom Unterlauf abgeschnitten.

Durch ein Maulprofil, in welches Sohlmaterial eingebracht wurde, und eine anschließende Sohlgleite wurde die Durchgängigkeit für Fische und Makrozoobenthos hergestellt.

vorher & nachher
vorher & nachher

6.2 Projekte in Bearbeitung

6.2.1 Wiedervernässung des Tolkwader Sees

Der Wasser- und Bodenverband der Angelner Auen betreibt ein Schöpfwerk in der Niederung Tolkwade. Der wesentliche Teil der Niederung ist zwischenzeitlich von der Stiftung Naturschutz Schleswig- Holstein aufgekauft worden.

Der Wasser- und Bodenverband reduziert derzeit die Schöpfwerksintensität. Ziel ist es, die Niedermoore in der Kernniederung soweit wie möglich zu vernässen, ohne umliegende Flächeneigentümer zu beeinträchtigen.

Die Nährstoffausträge aus der Mineralisierung der Niedermoortorfe können dadurch erheblich verringert werden. Zudem sollen die Schöpfwerkskosten reduziert werden.

Vernässte Flächen in Tolkwade
Vernässte Flächen in Tolkwade