Der Ukleisee
Ein charakteristisches Landschaftselement Schleswig-Holsteins sind die Seen.
Schleswig-Holstein hat etwa 300 Seen mit einer Gesamtfläche von 28.000 Hektar, das entspricht etwa 1,7 Prozent der Landesfläche. Darüber hinaus gibt es zahlreiche stehende Kleingewässer und Fischteiche. Sie sind als Lebensraum und Retentionsbereich von großer ökologischer, aber auch von wirtschaftlicher Bedeutung. Viele Seen werden fischereilich genutzt. Besonders wichtig sind die Seen auch für die Freizeitnutzung und den Tourismus.
Die meisten Seen, über 250, liegen im östlichen Hügelland. Marsch und Geest sind hingegen mit zusammen etwa 50 Seen vergleichsweise arm an Binnenseen. Früher war die Zahl der Seen in Schleswig-Holstein wesentlich größer. Viele Flachseen sind inzwischen aus unterschiedlichen Gründen verlandet.
Der größte See Schleswig-Holsteins ist der Große Plöner See mit knapp 3.000 Hektar Oberfläche. Insgesamt 68 Seen sind größer als 50 Hektar. Diese Seen machen zusammen knapp die Hälfte der gesamten Seefläche des Landes aus. Die ökologische Bedeutung der kleineren Seen für den Naturhaushalt ist allerdings weitaus größer als ihr Flächenanteil.
Die Tiefe der schleswig-holsteinischen Seen reicht von unter einem bis über 70 Meter (Schaalsee). Nur knapp 50 Seen sind tiefer als 15 Meter und lassen daher im Sommer eine Temperaturschichtung erwarten, die von großer Bedeutung für den Stoffhaushalt und die Lebensraumfunktion der Seen ist.
Gut die Hälfte der von Fließgewässern in Schleswig-Holstein jährlich abgeleiteten Niederschlagswassermengen wird in den Seen vorübergehend zurückgehalten. Die Verweildauer kann dabei zwischen drei Monaten und über zehn Jahren liegen.
Die Seen stehen durch ihre Zuflüsse und den direkten See-Umland-Kontakt in enger Wechselwirkung mit ihrem Einzugsgebiet. Aus dem Einzugsgebiet erhalten sie Nährstoffe und andere Stoffgruppen, also auch Schadstoffe, durch Auswaschung und Erosion. Da die Wasseraufenthaltszeit in Seen relativ hoch ist, reagieren sie viel empfindlicher auf Stoffeinträge als Fließgewässer.
Heute sind die meisten stehenden Gewässer durch den menschlichen Einfluss gut oder im Überfluss mit Nährstoffen versorgt. Die charakteristischen Begleiterscheinungen wie Algenmassenentwicklungen und Sauerstoffarmut im Tiefenwasser sind fast überall anzutreffen. Die Abwasserbeseitigung wird in Schleswig-Holstein inzwischen weitgehend auf einem hohen technischen Stand durchgeführt und macht daher für die meisten Gewässer aktuell nur noch einen geringeren Anteil der Gesamtbelastung aus.
Hauptbelastungsfaktor bezüglich der Nährstoffe ist heute für die meisten Gewässer der flächenhafte Austrag aus den zumeist landwirtschaftlich genutzten Flächen im Einzugsgebiet.
Die fischereiliche Bewirtschaftung der schleswig-holsteinischen Gewässer hat in ihrer derzeitigen Intensität oftmals keinen negativen Einfluss auf die Zusammensetzung der Fischfauna. Negative Auswirkungen sind im Einzelfall für Brutvögel und Ottervorkommen bekannt geworden.
Freizeitaktivitäten führen an vielen Gewässern zur irreversiblen Zerstörung von Ufervegetation, zur Störung der empfindlichen Tierarten der Seen, insbesondere von Vögeln, sowie zu Stoffeinträgen.
Die Beeinträchtigung der meisten schleswig-holsteinischen Seen ist als weit fortgeschritten zu bewerten. Für viele Seen ist eine Veringung der Belastungen notwendige Voraussetzung für die Regeneration der Gewässer als Lebensraum, aber auch als wirtschaftlicher Faktor.