

Der Sohlabsturz in der Schwarzen Au vor der Aktion

Steine und Kiesel überwinden die Schwelle in der Gewässersohle auf einer Länge von 20 Metern.

Fast geschafft. Hans-H. Stamer (BUND) legt unter dem fachlichen Blick von Tobias Perschke letzte Hand an die neue Sohlgleite

Fachleute sondieren die Lage: Tobias Perschke, Ingenieur beim GLV Herzogtum-Lauenburg; Erich Püst, Vorsitzender der Arbeitsgruppe des Bearbeitungsgebietes Bille; Landwirt Rüdiger Steffen, der Stifter der Steine; Verbandsvorsteher Arthur Knaack vom GLV Herzogtum Lauenburg (v.l.n.r.)
Rüdiger Steffen aus Schwarzenbek hat im wahrsten Sinne des Wortes den Grundstein für den Bau einer Sohlgleite in der Schwarzen Au gelegt. Rund 40 Tonnen Sammelsteine stiftete der Landwirt, um einen 40 cm hohen Sohlabsturz in der Schwarzen Au bei Schwarzenbek in eine flache, ca. 20 m lange Sohlgleite umzubauen.
In einer gemeinsamen Aktion des Gewässerunterhaltungsverbandes „GUV Schwarze Au/Amelungsbach“ mit der „AG 21 Bille“ zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie sowie Ehrenamtlichen vom Landessportfischerverband und vom Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) wurde am 17. April 2004 das Sammelgut mit weiteren 2,5 Tonnen Kiesel fachgerecht in den Bach eingebracht. An dieser Stelle kann die Schwarze Au nun von allen Fischen und sonstigen Wassertieren wieder durchgängig besiedelt und durchwandert werden.
Die technische Leitung übernahm Tobias Perschke, Verbandsingenieur des Gewässer- und Landschaftsverbandes (GLV) Herzogtum Lauenburg. Mit einem Tieflöffelbagger wurden die Steine eingebaut, die Feinprofilierung der neuen Bachsohle erfolgte per Hand durch ehrenamtlich Aktive der Sportfischerei und des BUND.
Zum Abschluss der gelungenen Maßnahme begrüßte der Verbandsvorsteher des GUV Schwarze Au/Amelungsbach Arthur Knaack die Vertreter der beteiligten Kommunen und Verbände, darunter Bürgermeister Ruppert aus Schwarzenbek, Susanne Söhl vom Städte- und Gemeindetag, Erich Püst als Vorsitzenden der „AG 21 Bille“, Hans-H. Stamer vom BUND und Michael Ahne vom Staatlichen Umweltamt Itzehoe als Teilprojektleiter Tide-Elbe zur Umsetzung der EU-WRRL.
Stamer unterstrich die engagierte, gute Geschäftsführung durch den GLV Herzogtum-Lauenburg in Kooperation mit dem Staatlichen Umweltamt und den Verbänden. „Mit dem Bau der Sohlgleite haben wir heute einen beispielhaften Schritt getan, die Schwarze Au wieder durchgängig zu gestalten, aber zahlreiche weitere Maßnahmen sind bis 2015 noch zu planen und umzusetzen, um den von der EU vorgegebenen Terminplan für eine Umgestaltung aller Fließgewässer in einen guten ökologischen Zustand einzuhalten“, sagte Stamer.
Auf einem großen Poster präsentierte der BUND die Flussgebietseinheiten in Europa und reichte zur Feier des Tages Häppchen und Getränke für die ca. dreizig Aktiven bzw. Gäste.