Bearbeitungsgebiet Mittellauf Stör (16)

1. Bearbeitungsgebietsverband

Bearbeitungsgebietsverband Mittellauf Stör
Flussgebietseinheit Elbe

Hans-Heinrich GloyVorsteher:
Herr Hans-Heinrich Gloy
Silzener Straße 1
25581 Poyenberg
Tel: 0 48 77 / 3 79

2. Geschäftsstelle

Stefan WittWasserverband Bekau
Stefan Witt
Charlottenburger Weg 13
25582 Hohenaspe

Tel: 0 48 93 / 3 08
Fax: 0 48 93 / 15 87 32
E-Mail: witt@bekau-verband.de
Homepage: www.bekau-verband.de

3. Karte des Bearbeitungsgebietes

Download des Kartenausschnittes (jpg, 228 KB)

4. Kurzbeschreibung

Das Bearbeitungsgebiet Mittellauf Stör (Nr. 16) liegt überwiegend im Kreis Steinburg und umfasst das nordöstliche Einzugsgebiet der Stör von Kellinghusen bis Bekmünde. Die Gesamtgröße des Bearbeitungsgebietes beträgt rund 42.000 ha und setzt sich aus folgenden Einzelverbänden zusammen.

Größe in Hektar
1. Wasserverband Bekau 14.877
2. Deich- und Sielverband Rantzau 7.011
3. Deich- und Sielverband Mühlenbarbek 4.774
4. Sielverband Breitenberg 1.823
5. Sielverband Kronsmoor 1.231
6. Wasser- und Bodenverband Hörner Au 7.863
7. Sielverband Heiligenstedten 1.050
8. Deich- und Sielverband Münsterdorf 439
9. Sielverband Julianka 694
10. Deich- und Sielverband Überstör 899
11. Deich- und Sielverband Grönhude 268
12. Stadt Itzehoe (ohne Verband) 908
  sonstige Flächen ohne Verbandszuordnung 55
  Summe 41.892

Die Fließgewässerstrecke aller Mitgliedsverbände beträgt zusammen ca. 790 km. Neben der Bekau zählen unter anderem die Mühlenau, Rantzau, Mühlenbarbeker Au und die Hörner Au zu den Hauptgewässern. Das Bearbeitungsgebiet ist überwiegend durch sand- und kiesgeprägte Fließgewässer gekennzeichnet, jedoch sind auch Niederungsgewässer sowie schlickgeprägte Bäche zu finden. Die aus den Geestrücken gespeisten Gewässer haben einen Höhenunterschied von maximal 30 m zu überwinden. Jeder Einzelverband des Bearbeitungsgebietes betreibt ein oder mehrere Schöpfwerke, damit die Flächen landwirtschaftlich genutzt werden können.

Neben den o.g. Hauptgewässern zählen unter anderem Mühlenbach, Rolloher Bek, Forellenbach, Störbek und Große Wettern zu dem reduzierten Gewässernetz des Bearbeitungsgebietes.
Sandgeprägte Gewässer mit relativ natürlichen morphologischen und faunistischen Strukturen sind im Bearbeitungsgebiet in einzelnen Quellläufen des Schlotfelder Grabens und der Rantzau zu finden. Die Bekau und die Mühlenau besitzen in der Kategorie der kiesgeprägten Gewässer in wenigen Abschnitten eine natürliche Gewässerstruktur, jedoch entspricht hier die faunistische Besiedlung nicht einem natürlichen Zustand.
Ohne Regenerationsmaßnahmen werden die Fließgewässer im Bearbeitungsgebiet das von der WRRL angestrebte Ziel, den „guten ökologischen Zustand“, nicht erreichen.

5. Arbeitsgruppe des Bearbeitungsgebietes

Die Arbeitsgruppe setzt sich aus je einem Vertreter oder einer Vertreterin verschiedener Verbände und Behörden zusammen. Hinzu kommen ein Betreuer des Teilprojektes aus dem Umwelt- und Landwirtschaftsministerium und ein Geschäftsführer der Arbeitsgruppe, die beide nicht stimmberechtigt sind.
Die Arbeitsgruppe tagt etwa einmal im Monat und wird über die laufenden Umsetzungsschritte des Ministeriums und der Wasser- und Bodenverbände informiert. Sie berät vorrangig Vorschläge der Wasser- und Bodenverbände zur Regeneration der Gewässer und gibt ihr Votum über die Eignung der Maßnahmen zum Erreichen der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie und deren Realisierbarkeit ab.
Weitere Themen sind unter anderem:

  • der Abschluss der Bestandsaufnahme
  • die wirtschaftliche Analyse
  • der Abschluss der Digitalisierung der Anlagenverzeichnisse
  • die Referenzgewässer
  • die Einstufung der erheblich veränderten Gewässer
  • die Entwicklung eines Monitoringprogramms zur Ermittlung der Ursachen für Defizite gegenüber den Zielen der WRRL
  • Vorbereitung der Öffentlichkeitsarbeit

Mitglieder der Arbeitsgruppe

Hans-Heinrich Gloy Verbandsvorsteher Bearbeitungsgebietsverband Mittellauf Stör (Vorsitzender der AG)
Tanja Sprenger Vertreterin MUNL / Teilprojektleitung
Sönke Thiel Staatliches Umweltamt Itzehoe
Gerd Vock Bauernverband
Kurt Marwitz Fischereiverband
Otto Reese Vertreter der Städte und Gemeinden
Reinhard Speck Vertreter Kreis Steinburg
Joachim Kock Landesnaturschutzverband
Hans Ewers NABU Schleswig-Holstein
Stefan Witt Wasserverband Bekau

6. Projekte zur Renaturierung der Fließgewässer und der Reduzierung der Nährstoffeinträge im Bearbeitungsgebiet

Bereits abgeschlossen (Fertigstellung 2003):

  • Herstellung der Durchgängigkeit des Schlotfelder Grabens durch Umgestaltung zweier Sohlabstürze in Sohlgleiten und den Einbau eines HAMCO Durchlasses unter der Dorfbrücke Schlotfeld.
  • Mündungsbauwerk des Schlotfelder Grabens in die Rantzau entfernt und durch eine Furt ersetzt.
  • Herstellung dreier Deichdurchstiche am Rantzaudeich zur Wiedervernässung der hinterliegenden Flächen.
  • Flächenkäufe durch den DSV Rantzau an der Rantzau zur Verringerung der Nährstoffeinträge.

Sohlgleite im Schlotfelder Graben
Sohlgleite im Schlotfelder Graben

In Bearbeitung (Fertigstellung 2005, Bepflanzung 2006):

DSV Rantzau:

  • Herstellung der Durchgängigkeit der Rantzau von der Mündung bis in den Holsteiner Wald durch Umgestaltung von vier Sohlabstürzen in Sohlgleiten.
  • Bau eines naturnahen Sandfanges im Schlotfelder Graben.

Sohlgleite in der Rantzau (Bismarckbrücke)
Sohlgleite in der Rantzau (Bismarckbrücke)

Der Bearbeitungsgebietsverband möchte ca. 50 ha Land erwerben, die sich im Niederungsbereich des Verbandes befinden. Die Flächen wurden als Übergangslösung bei der Stiftung Naturschutz „geparkt“, da die vertragliche Gestaltung der Übertragung an den Verband noch nicht abgeschlossen ist. Nach Abschluss des Vertrages sollen die Flächen von der Stiftung Naturschutz an den Verband übergehen.

Geplante Projekte (2006 – 2007):

DSV Rantzau:

  • Herstellung der Durchgängigkeit der Rantzau auf 10 km Länge durch Umgestaltung von zwei weiteren Sohlabstürzen.
  • Anregung des natürlichen Ausufervermögens der Rantzau durch Einbringung von Totholzelementen im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsprojektes der TU Hamburg-Harburg.
  • Bei Bedarf Bau eines naturnahen Sandfanges in der Rantzau.

umzubauender Sohlabsturz in der Rantzau (nördlicher Holsteiner Wald)
umzubauender Sohlabsturz in der Rantzau (nördlicher Holsteiner Wald)

WV Bekau

  • Umgestaltung von 2 Sohlabstürzen zwischen der Landesstraße 127 und der Kreisstraße 71 (bei Hohenaspe / Drage) in naturnahe Sohlgleiten zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Bekau von der Mündung bis nach Looft auf 18 km Gesamtlänge (Planung 2006, Ausführung 2007).
  • Wiederherstellung der Durchgängigkeit bis zum Quellgebiet durch Umbau 4 weiterer Sohlabstürze.
  • Anlage naturnaher Sandfänge im Mündungsbereich der Bekau-Nebenbäche Mühlenbach und Mühlenau.

umzubauender Sohlabsturz in der Bekau bei Drage
umzubauender Sohlabsturz in der Bekau bei Drage