EG-Wasserrahmenrichtlinie
Gewässerschutz geht neue Wege

Frau mit Messglas

Der Schutz der Gewässer als Trinkwasserreservoir und als Lebensraum für Pflanzen und Tiere gewinnt auf europäischer Ebene immer mehr an Bedeutung. Deswegen hat die Europäische Gemeinschaft ihre Gewässerschutzpolitik neu ausgerichtet und eine EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) (pdf, 888 KB) verabschiedet. Seit dem 22. Dezember 2000 ist die Richtlinie in Kraft. Sie gilt für alle Gewässer Europas, das heißt für Oberflächengewässer einschließlich der Übergangs- und Küstengewässer und für das Grundwasser.

Das Leitbild der WRRL ist der natürliche Zustand der Gewässer: Die natürliche Vielfalt und Fülle der Gewässerlebensgemeinschaften, die natürliche Gestalt und Wasserführung der Flüsse und Bäche und die natürliche Qualität des Wassers, frei von menschlichen Beeinträchtigungen. Im Hinblick auf die hohe Besiedlungsdichte, die intensive Landbewirtschaftung und die vielfältige Nutzung der Gewässer in Deutschland ist von vorn herein klar: Die Verwirklichung dieser neuen Ziele wird den Bundesländern erhebliche Anstrengungen abverlangen. Voraussichtlich wird nur ein Teil der Gewässer innerhalb der vorgegebenen Fristen in einen naturnahen ökologischen Zustand überführt werden können.

Mit der WRRL wurden neue Instrumente in die europäische Wasserpolitik eingeführt:

  • eine auf das Flusseinzugsgebiet bezogene Bewirtschaftung der Gewässer,
  • eine ganzheitliche Betrachtung des Grundwassers, der Flüsse, Seen und Küstengewässer,
  • neben chemischen auch strukturelle und biologische Güteziele für die Gewässer,
  • verbindliche und relativ kurze Fristen für das Erreichen dieser Ziele,
  • wirtschaftliche Instrumente, die den sorgsamen Umgang mit Wasser fördern,
  • die umfangreiche Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Planung und Umsetzung der notwendigen Maßnahmenprogramme.